Alles ist möglich, wenn man voller Überzeugung dafür kämpft

Lesen im Haus Sonnseite

Autobiographie der Emotion Verlegerin Katarzyna Mol

Den Lektüretipp zu Katarzyna Mol „Mit dem Herz in der Hand“ bekamen die BücherFrauen von Susanne Krones, die auf die ausführliche Rezension auf Horizont Net   hinwies. Und das was dort beschrieben wurde, hat mich schon sehr neugierig gemacht.  Management Buy Outs sind ja von jeher spannende Konstellationen. Aber auch, daß es sich um eine Lebensgeschichte handelt, die in der Stadt Jelenia Gora beginnt, in die auch in der weiteren eigenen Familie Wurzeln hin zurückreichen, haben mich neugierig gemacht.

Meine Lektüre war in zwei Abschnitte geteilt, die ersten 100 Seiten habe ich auf meinen Zugfahrten gelesen, die letzte 200 Seiten dann im Urlaub mehr oder weniger am Stück weg. Das ganze Buch ist spannend und sehr ehrlich geschrieben und jedeR auch an Mediengeschichte, Gründungsgeschichten Interessierten, zu empfehlen.

In der NDR Sendung „DAS“ ist Katarzyna Mol Studiogast und erzählt auch über ihr Buch und ihre beiden Zeitschriften: das 2006 innerhalb des Gruner und Jahr Konzerns gelaunchte Emotion Magazin das dann von der Autorin übernommen werden konnte und die im Herbst 2011 neugegründete Zeitschrift für Philosophie Hohe Luft. Dort sagt sie, „Eigentlich ist es die Geschichte meiner Mutter.“ Und die Geschichte ihrer Mutter in ihr möchte man ergänzen. Wie die Mutter, als Katarzyna 7 Jahre alt ist, in München bei Null anfängt, mit einem Ziel, nämlich sich und ihre Tochter zu ernähren und wie sie auf dem Weg zum Ziel, die Chancen, die sich ihr bieten wahrnimmt und konsequent verfolgt, das scheint der innere Kompass zu sein, dem auch die Tochter fast immer verfolgen kann. Ganz eindrücklich die Szene, als die Mutter sie allein zur weiterführenden Schule schickt. Das spiegelt ein unbedingtes Vertrauen, dass die Tochter das schafft, allein, das stark machen muss.

Eindrücklich schildert sie aber auch die Leerstelle in ihrem Leben, nämlich der fehlende Vater, von dem sich die Mutter schon früh getrennt hat, da er dem Leistungsvermögen seiner Frau nicht gewachsen war und seinen Unmut darüber im Alkohol ertränkte.

Ein Lebensweg erscheint im Rückblick gerne gerade, aber der Autorin gelingt es gut, den Weg zu vermitteln, der sie erst langsam dahin führt, wo sie angekommen ist. Lange Zeiten der Unzufriedenheiten im Jurastudium, Versagensängste, sie nicht wirklich voll zufriedenstellende Partnerschaften. Es scheint erst zu stimmen, als sie weiß was ihr Ding ist, und dies dann aber auch ganz selbstbewußt macht.

Einer derer, die mit über die Existenz der Emotion unter eigener Führung von Katarzyna Mol entschieden hat, vergleicht in der Finanzierungsphase ihr Vorhaben mit Gabriele Fischers Brand Eins. Ja, daran, erinnert es mich auch. Und die Beschreibung wie viel  leichter es Katarzyna Mol fiel in ihrem Vorhaben voranzukommen, als sie an entscheidender Stelle Frauen vor sich hatte – all das hat Vorbild Charakter und deshalb soll dieses Buch bitte von vielen Frauen gelesen werden, die Katarzyna Mols Haltung folgen können die sagt: „Alles ist möglich, wenn man voller Überzeugung dafür kämpft.“

Ich jedenfalls werde nach der Lektüre dieses Buches, vielleicht doch noch eher mal wieder eine Emotion kaufen, ganz sicher mal in eine Nummer der Hohen Luft schnuppern. Ich freue mich sehr, daß mein Lieblingsnetzwerk BücherFrauen in Sachen Buchrezensionen eine Kooperation mit der Emotion seit 2010 unterhält.

Und aktuell da auch noch auf einen meiner Lieblingsbücher hinweist: Connie Palmens „Freundschaft

Und ich werde aufmerksam die nächsten Projekte von Katharzyna Mol verfolgen, da sind nämlich über das Inspiring Network noch weitere in der Pipeline, da bin ich ziemlich sicher.

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