She beamed me up: P!NK in Mannheim

Frauke nach P!NK

Ich bin ja so ignorant: Bis zum 16. Mai 2013 hat mir „P!NK“ nicht wirklich was gesagt. Klar habe ich gewusst, dass sie eine junge amerikanische Sängerin ist. Wahrscheinlich hat mich der Name abgelenkt, und ich habe das umgekehrte Ausrufezeichen nicht gut genug beachtet. Da steckt sie drin, die Subversion. Also nicht industriell hergestellte Ikone, sondern eine Frau mit einer persönlichen Geschichte, deren Wurzeln im Punk liegen.

Ich war also auf Empfehlung angewiesen, als ich vor der Entscheidung stand, noch letzte Konzert-Karten für die SAP-Arena in Mannheim zu ergattern.  „Hingehen!“, war die einhellige Meinung.

Wie recht sie hatten: Ich bin drei Tage danach immer noch hin und weg von dieser Performance und recherchiere, wie sich Alecia Beth Moore nun zu so einer Allround-Künstlerin oder gar Athletin entwickeln konnte.

Sagte ich vor der Show noch: „Ich weiß nicht, wie ich sie finden soll“, hat sie mich mit ihrem Auftritt ganz auf ihre Seite gezogen und absolut überzeugt.

Ein Hauch von Salto Mortale, ein Hauch von Musical

Vielleicht liegt es an meiner medienvermittelten Sozialisation mit der Zirkus-Serie „Salto Mortale“ aus den frühen 70er Jahren. Die habe ich geliebt. Das war doch immer so aufregend, wenn sich die Trapezkünstlerin mit Augenklappe ins Nichts stürzte, und dann von den kraftvollen Armen des Partners sicher aufgefangen wurde.

Vielleicht liegt es auch an dem „Host“, eine fiktive Figur, die durch die Performance führte. Er hat dem Abend den Rahmen gegeben und auch seine Theatralik. Der Clown war auf seine Art genauso beeindruckend wie P!NK, eben in seiner Unvollkommenheit und eben eher ein Hemedle – ein schönes Bild für uns alle, die wir über die Ikone nur staunen können.

Der Clown wiederum hat in der Anlage Ähnlichkeit mit dem Erzähler in der Rocky Horror Show. Und in der ganzen Freude an der Perfektion des Körpers erinnert P!NK mich an einen aktuellen Frank‘n’Furter-Darsteller. Zwar sagt Rob Morton Fowler in einem schönen Mitschnitt seiner Verwandlung in die Bühnenfigur, dass allein O‘Briens Buch sein Vorbild war. Aber ich sage jetzt, nein es war P!NK.

Während ich über die akrobatischen Einlagen, mannigfaltigen Garderobenwechseln, den guten Sound und die gute Laune der Sängerin staunte, die nicht aufgesetzt, sondern echt rüberkam, ging mir immer der Satz im Kopf rum: „Also, das ist mir jetzt wirklich schon unheimlich.“ Eine Frau, die mit Mitte dreißig künstlerisch und athletisch-sportlich ausgeglichen Höchstleistungen mit einem Lächeln auf den Lippen vor 11.500 Leute präsentiert und den Eindruck hinterlässt, sie könne auch nochmals zwei Stunden so weiter machen. Meine Erklärung ist, diese Höchstleistungen kosten sie keine Energie, sondern sie geben sie potenziert zurück. Die Tour geht durch 130 Hallen in USA, Europa und Australien.

Sehr beruhigt lese ich gerade auf ihrer Twitter-Seite ihre Bilanz:

Sie ist also doch ein Mensch.

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