Apropos Zukunftstag Südwest: ein Rückblick auf BücherFrauen Veranstaltungen in Stuttgart

Was die Organisation grösserer Veranstaltungen für die BücherFrauen angeht, war 1995 Premiere. Vollversammlung, wie sie damals noch hieß, in Stuttgart. Schon die zweite in diesem Jahr. Im Frühjahr in Dresden hatten die BücherFrauen beschlossen, aus dem Frühjahrstermin einen Herbsttermin zu machen. Und da hat es mich und Susanne Martin als Städtesprecherinnen von Stuttgart getroffen. Im Herbst 1995 hatten wir ein aufregendes Jahr bereits fast hinter uns. Susanne übernimmt im Oktober die Schiller-Buchhandlung, die sie vorher 5 Jahre als angestellte Geschäftsführerin geleitet hat, ich schreibe meine Magisterarbeit über den Virago Press und büffele für die schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen in Anglistik, Amerikanistik und Geschichte.

Es war eine tolle VV. Wir überleben alles, am Ende sind wir platt, und wechseln uns ab, wer nacheinander an einer ruhigen Stelle niederliegen darf, um den Kopfschmerz auszukurieren. Aber neue Finanzfrau gefunden, die das Wort vom fiktiven Defizit prägt, erste Workshops gehalten, und Abendprogramm: Kegeln mit BücherFrauen. Das war Fun pur!

2001 wieder VV in Stuttgart bei KNV, damals noch KNOe. Ich bin gar nicht viel  in der Vorbereitungstruppe dabei, höre nur immer mal wieder von Susanne, Angelika, Heike und Gesa, was Stand der Dinge ist. Auf jeden Fall ist Open Space angesagt, nachdem vorher ein ganz anderes Konzept mit Alice Schwarzer und anderen geplant war. Aber es war Anlaß geboten die Mitglieder zu Beteiligten zu machen. Das ist gelungen – Aufbruchstimmung! Danach gab es die verschiedenen AGs. Atmosphärisch trifft es ein bißchen wie in der Eingangspassage meiner Geburtstags- Glückwunsche an Yvonne beschrieben. Schliesslich gibt  es gibt eine showeinlage auf dem Fahrrad von Angelika Rausch und mir, um die damalige Vorsitzende Gertrud Lehnert  (kein link zu der Verabschiedung, aber zu einem Beitrag, in dem Gertrud Lehnert innerhalb eines Projektes Zukunft spricht – das musste ich jetzt aufnehmen) zu verabschieden.

VV 2006:  Zukunftswerkstatt wie 2001 greift die Vorbereitungsgruppe auf die Expertise in Grossgruppenmethoden auf Unterstützung aus der Akademie Bad Boll zurück. Vorausgegangen war die Strategiegruppe 2005. Wir waren in einem ersten Transformationsprozess, der sich nicht zuletzt an der Auseinandersetzung digital und print, als auch bezahlt und ehrenamtlch festmachte. Das Finden von Leitsätzen, die die Arbeit bei den Bücherfrauen als gemeinsamem kleinsten Nenner definierten, war ein ambitioniertes  Ziel für diese VV. Und wir lernten an einem Tag, dass um zu neuen Ufern aufzubrechen braucht es oft die Krise. Samstag früher Nachmittag schien es als ob das Konzept nicht greift. Bis der Satz kam, der fortan das BücherFrauen Banner ziert: “Die Branche ist weiblich” Silke Weniger hat ihn formuliert und mit ihm kam der Durchbruch zu 7 weiteren Sätzen auf die sich alle Anwesenden dann einigen konnten. Der Achte kam auf der Comburg dazu! Ungeplant aus der Diskussion. Die BücherFrauen lernen mit ihren Instrumenten klug umzugehen.

Beim Abschlussmittagessen der VV 2006 stellt mir Sabine Rottenburger die Frage, ob wir die in der ersten Stuttgarter Mentoring Runde 2002/2003 geplante bundesweite Mentoring Veranstaltung ins Visier nehmen wollen. Da stecke ich noch mittendrin im Steinbeis Medien MBA aber wenn das geschafft ist, hätte ich grosse Lust dazu. Der Mentoringkongress ist superb dokumentiert und anderem mit einem Fotoplakat von Heidrun Rieble gestaltet, welches einen schönen Eindruck von dieser unvergesslichen Veranstaltung gibt. Maren Kroymann chauffieren, sie anzukündigen und mit ihr auf der Bühne zu stehen, war einmalig. Und das Team was das Projekt gestemmt hat auch!

Comburg 2011
Die location war nicht unumstritten und dann so eindrücklich. Stimmung aller gut, auch hier ist das Konzept auf gegangen, ein paar der von allen Anwesenden formulierten Wünsche konnten on the spot umgesetzt werden und auch der Wechsel zu einer neuen 1. und 2. Vorsitzenden wurden mit Bravour bewältigt. Im Vorfeld. wurde eine Mitgliederbefragung durchgeführt, die allen eine Handreichung und Orientierung sein sollte, wo denn die Reise der BücherFrauen künftig hingehen soll.Mehr branchempoltische Einflussnahme, Arbeitsmodelle der Zukunft, mehr Frauen in Führungspositionen – das waren die dringendsten Themen die angegangen werden sollten.

Und so wurde in der euphorischen Stimmung der Comburg auch die Idee einer größeren Veranstaltung der Südwest Gruppen Stuttgart, Rhein-Neckar und Freiburg geboren. Mit den Themen Schwerpunkten in denen BücherFrauen immer verstärkter Flagge zeigen wollen und mit dem Ziel Positionen dazu gemeinsam zu entwickeln mit BücherFrauen und anderen. Zum Zukunftstag Südwest waren ausdrücklich Männer mit eingeladen, aber damit sind wir noch nicht durchgedrungen. Wir werden versuchen die Ergebnisse wieder möglichst umfassend zu dokumentieren. Es liegt auf der Hand, dass unsere Themen auch die Herren angehen. Und wir werden da dran bleiben an allen Orten wo es möglich ist.

Zwei Wochen nach dem Zukunftstag schon in Berlin zur öffentlichen Podiumsdiskussion im Aufbauhaus, wo wir uns über alle freuen, die sich diesen Fragen stellen und sie produktiv, kooperativ und gemeinsam angehen wollen.

 

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